Übergabe des European Green City Index Luxemburg an den Bürgermeister Paul Helminger .

Luxembourg Part Green City Index

Auch wenn Siemens unternehmensintern ein Maximum an Engagement für den Umweltschutz zeigt, so spielen doch vor allem die Städte eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Mehr als die Hälfte der  Weltbevölkerung lebt heute in Städten und zeichnet für 80% der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Siemens hat aus diesem Grund erstmals bei der Economist Intelligence Unit eine Studie in Auftrag gegeben, die die Leistungen von dreißig europäischen Städten analysieren soll. Dieser „European Green City Index“ zeigt, dass Kopenhagen die „grünste Metropole“ Europas ist. Den zweiten Platz belegt Stockholm, dritter ist Oslo, danach folgen Wien und Amsterdam.

Das Ziel des European Green City Index ist es, Bemühungen und Verständnis in diesem Bereich zu unterstützen und den verantwortlichen Gruppen – wie Kommunalverwaltungen, Politikern und Lieferanten von Infrastruktur – die Möglichkeit zu geben, sich mit anderen Städten zu vergleichen. Diese Studie möchte außerdem tiefgehende Informationen liefern. Dazu zählen nicht nur die Herausforderungen, Ziele, Stärken und Schwächen der jeweiligen Städte, sondern vor allem Best Practice –Beispiele und innovative Konzepte, die anderen Städten als Vorbild dienen können.

Für die Stadt Luxemburg wurde diese Studie erst nachträglich in Auftrag gegeben. Würde man jedoch die Ergebnisse der nachträglichen Studie in die offizielle Studie integrieren, würde die Stadt Luxemburg einen respektablen sechsten Platz in der Rangliste der einunddreißig bewerteten Städte belegen

European Green City Index – Die Methode

Der European Green Cities Index bewertet die Städte in 8 Kategorien. CO2-Emissionen, Energie, Gebäude, Transport, Wasser, Abfall und Landnutzung, Qualität der Luft sowie Umweltmanagement  - und 30 individuelle Indikatoren  (16 quantitative Indikatoren, die den aktuellen Status der Stadt erfassen  und 14 qualitative Indikatoren, die die Bemühungen der Stadt zur Verbesserung ihrer zukünftigen Werte messen). Die Bewertung ist – wo immer möglich – auf öffentlich verfügbare Daten aus offizieller Quelle gestützt, wie nationale Statistikbüros, oder lokale Behörden. Die relativen Werte, die jeder Stadt zugewiesen werden (für ihre Performance in einer bestimmten Kategorie sowie global) gibt es nur in diesem Index. Auch wenn Luxemburg nicht offiziell Teil der Studie des European Green City Index war, so hat Siemens Luxemburg es anlässlich der 100-Jahr-Feier dennoch für sinnvoll erachtet, die Stadt Luxemburg in den verschiedenen Kategorien der Studie bewerten zu lassen.

Luxembourg – Green City?

Luxemburg Stadt ist das größte urbane Gebiet im Großherzogtum, aber mit einer geschätzten Einwohnerzahl von lediglich 92000 ist es kleiner als die meisten europäischen Hauptstädte. Die Bevölkerung der Stadt wächst jedoch tagsüber um das 2,5 fache, da die Arbeitnehmer aus Luxemburg, Frankreich, Belgien und Deutschland in die Stadt pendeln. Dies ist auch der Grund dafür, dass negative externe Umwelteffekte wie Autoabgase und Luftverschmutzung deutlich höher sind als man es für eine Stadt dieser Größe erwarten würde – besonders bei einer Berechnung pro Einwohner. Damit Luxemburg mit den anderen Städten des Green City Index auf einer sinnvollen Basis verglichen werden kann, wird die Tagesbevölkerung als Basis der Berechnungen herangezogen, da diese Bevölkerung auch für einen Großteil der Umwelteinwirkungen verantwortlich ist.

Insgesamt hat Luxemburg jedoch eine gute Umweltbilanz. Das Land Luxemburg hat eines der höchsten Bruttoinlandsprodukte pro Kopf in der EU, und angesichts seiner Spezialisierung auf dem Finanzsektor hat die Stadt auch ein hohes Pro-Kopf-Einkommen. Die Bevölkerungsdichte ist relativ niedrig und ein überdurchschnittlicher Teil des Stadtgebiets ist für Parks und Wälder reserviert. Der Anteil an schwerer Industrie und Produktionsbetrieben in der Stadt ist sehr gering.

Diese und viele andere Faktoren spielten im internationalen Vergleich des Rankings eine große Rolle.