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Produktbezogener Umweltschutz

Produktbezogener Umweltschutz ist kein Selbstzweck. In vielen Fällen ergibt sich zusätzlich zur Umweltverträglichkeit der Produkte auch ein wirtschaftlicher Vorteil. Wir gehen diesen Möglichkeiten in allen Phasen des Produktlebenszyklus nach, beginnend mit der Konzeption, Entwicklung, Herstellung und dem Gebrauch bis hin zur Entsorgung. Auf diese Weise erfüllen wir nicht nur interne Anforderungen, sondern genügen auch den Ansprüchen unserer Kunden hinsichtlich umweltbewusster Produkte.

Informationen zu beschränkten Inhaltsstoffen in Produkten unserer Lieferanten

Europäische Gesetzgebungen wie REACH oder RoHS, erfordern Informationen von Herstellern und Lieferanten über beschränkte Inhaltsstoffe in ihren Produkten, welche entlang der Lieferkette weitergegeben werden müssen. Aus diesem Grund fordert Siemens AG inkl. verbundener Unternehmen (Siemens) von seinen Lieferanten die Information, ob die an Siemens gelieferten Produkte Inhaltsstoffe enthalten, die durch eine entsprechende Gesetzgebung beschränkt werden. Als ersten Schritt hierfür müssen Lieferanten die Erklärung zu „Deklarationspflichtigen Stoffen“ ausfüllen, welche auf der „Liste zu deklarierender Stoffe“ basiert. Falls Produkte zu deklarierende Stoffe beinhalten, muss der Lieferant diese an Siemens melden. Um die Meldung für Lieferanten zu vereinfachen, bevorzugt Siemens die zentrale Datenbank BOMcheck, in welche Lieferanten ihre Erklärung zu Produktinhaltsstoffen hinterlegen können.


Informationen zu Siemens Stoffdeklarationsmethoden für Lieferanten


BOMCheck: Siemens bevorzugte Stoff-Deklarationsmethode

Um eine effiziente Herangehensweise für Stoffdeklarationen unserer Lieferanten zu gewährleisten, unterstützen wir hierfür zusammen mit anderen Herstellern wie Philips, GE, Agfa, Hitachi, Toshiba, IBM, Intel und Canon die industrieweit entwickelte Datenbank BOMcheck. BOMcheck sowie das hinterlegte Verfahren bietet Ihnen eine einfache Deklarationsmethode für Inhaltsstoffe, welche anschließend von ihren teilnehmenden Kunden abgerufen werden kann. Aus diesem Grund, möchten wir Sie ermutigen sich bei BOMcheck anzumelden und diese Datenbank zu nutzen, um uns über diesen Weg die nötigen Materialdaten zur Verfügung zu stellen.

Für weitere Informationen zu BOMcheck, wie diese Datenbank Ihnen helfen kann Ihre Materialdaten für mehreren Kunden bereitzustellen und wie Sie sich registrieren können, finden Sie unter folgendem Link:
http://www.bomcheck.net/de/account/register
BOMCheck Information für Siemens Lieferanten (Englisch)
BOMCheck Information für Siemens Lieferanten (Chinesisch)

Gesetzgebungen

Nationale und internationale Gesetzgebung hinsichtlich Stoffbeschränkungen beinhalten unter anderem

  • Beschränkung und Verbote bezüglich der Nutzung von Stoffen welche gefährlich für Mensch und/oder Umwelt sein könnten wie z.B. in der RoHS Richtlinie definiert sowie

  • Anforderungen bezüglich der Bereitstellung über Stoffe der Kandidatenliste, die in Produkten enthalten sind, z.B. bestimmte Weichmacher in PVC-Kabeln und der notwendigen Stoffregistrierung z.B. für Kunststoff-Granulate die durch die REACH Verordnung gestellt werden.


RoHS

Seit Juli 2006 verbietet die EG-Richtlinie 2002/95/EG zur „Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe (RoHS)“ den Gebrauch sowohl von Blei, Quecksilber, Cadmium und sechswertigem Chrom, als auch von den Flammschutzmitteln Polybromierte Biphenyle (PBB) und Polybromierte Diphenylether (PBDE).

Neben der Reduktion der schädlichen Einwirkung auf Mensch und Umwelt, sollen durch diese Gesetzgebung Recyclingmöglichkeiten verbessert und so langfristig Kostensenkungen beim Recycling ermöglicht werden.
 
Siemens hat die RoHS Direktive der Europäische Union umgesetzt. Beispielsweise stellen wir Fertigungen auf bleifreie Lötverfahren um und vermeiden die in der RoHS-Richtlinie benannten Stoffe in unseren Produkten. Aus diesem Grund erwarten wir auch, dass unsere Lieferanten diese Direktive umsetzen.

Reach

Siemens stellt im Rahmen seiner umfassenden Produktverantwortung sicher, dass alle anwendbaren Verpflichtungen der REACH-Verordnung fristgemäß eingehalten werden.

Die REACH - Verordnung (EG) 1907/2006 ist die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Sie ist seit 2007 in Kraft und ersetzt 40 Einzelgesetze. Ihr Geltungsbereich umfasst alle Stoffe und chemischen Gemische (früher als Zubereitungen bezeichnet) als separate Einheiten oder in ausgewählten Produkten. Die Europäische Chemikalien Agentur (EChA) sichert die Implementierung und Überwachung der REACH-Verordnung. Ziel der Verordnung ist der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt. Die REACH-Verordnung gilt als eines der strengsten Chemikaliengesetze der Welt.

Das Kürzel "REACH" leitet sich aus dem englischen Titel der Verordnung ab: Regulation concerning the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of CHemicals.

Das Motto von REACH lautet „Ohne Daten kein Markt“. Das bedeutet: Unternehmen, die Stoffe und Zubereitungen sowie bestimmte Produkte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) auf den Markt bringen wollen, sind an die folgenden gesetzlichen Verpflichtungen zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung gebunden:

  • Registrierung: Hersteller und Importeure müssen jeden chemischen Stoff vorregistrieren/registrieren, der in Mengen von größer 1 Tonne pro Jahr im EWR hergestellt oder in Verkehr gebracht wird. Im Rahmen der Unterstützung der Sonderbeauftragten Umweltschutz der Siemens AG führt CHR EHS EP regelmäßig ein Monitoring der der Importmengen von Chemikalien durch.

  • Bewertung: Hersteller und Importeure müssen alle notwendigen Daten sammeln und der EChA zur Verfügung stellen, damit die Auswirkungen jedes Stoffs auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt bewertet werden können.

  • Information: Wenn ein sogenannter "besonders besorgniserregender Stoff (SVHC)" enthalten ist, müssen Informationen zu den eingesetzten SVHC sowie zur sicheren Verwendung der Produkte innerhalb der Lieferkette weitergegeben werden. SVHC sind krebserzeugende, das Erbgut verändernde oder die Fortpflanzung gefährdende Stoffe, schwer abbaubare, bioakkumulierbare und giftige Stoffe oder sehr schwer abbaubare und sehr bioakkumulierbare Stoffe - in mehr als 0,1 Gewichtsprozent im Erzeugnis. Bioakkumulierbare Stoffe reichern sich in einem Organismus an z.B. durch Aufnahme aus dem umgebenden Medium oder über die Nahrung. Die SVHC sind in der Kandidaten-Liste der EChA zusammengefasst, die alle sechs Monate aktualisiert wird.

  • Zulassung: Die Verwendung einiger SVHC erfordert eine Zulassung. Diese ausgewählten SVHC sind Teil der Zulassungsliste (REACH Anhang XIV).

  • Beschränkung: Die REACH-Verordnung umfasst auch die Beschränkung der Herstellung, des Inverkehrbringens und der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe, Gemische und Erzeugnisse. Diese bereits seit längerem geltenden Beschränkungen wurden zum 1. Juni 2009 von der EWG-Richtlinie 76/769 in den REACH-Anhang XVII überführt.

Die Elektronikindustrie und der Anlagenbau müssen unter REACH besonders die oben genannten Registrierungs- und Informationspflichten erfüllen sowie die Beschränkungen beachten. Mit Aufnahme der ersten Stoffe in den Anhang XIV gewinnt auch die Zulassung an Bedeutung.