1879

  • Geburtsstunde des elektrischen Bahnbetriebes bei der Berliner Gewerbeausstellung: 300 m Kreisbahn, elektr. "Lokomotive", 3 Wägelchen, 150 V Gleichstrom, 3 PS, 6-7 km/h, zwischen den Schienen liegendes Bandeisen zur Stromaufnahme; 90.000 Besucher.

  • Der Schwerpunkt der unternehmerischen Aktivitäten liegt auf elektrischen Beleuchtungssystemen (Lichtquellen und deren Stromversorgung durch Generatoren). So werden die Spanische Hofreitschule, der Winterhafen und die Werft Korneuburg (DDSG) mit Bogenlampen ausgestattet. Und dass sogar Dampfschiffe mit Scheinwerfern versehen sind, lockt viele Wiener an die Donauufer.

  • Thomas Alva Edison entwickelt die Glühlampe (mit einem verkohlten Baumwollfaden brennt sie bereits 45 Stunden) und installiert am Dampfer Columbia ein Glühlampensystem. - Verteidigungsbündnis zwischen dem Deutschen Reich und Österreich ("Zweibund").

  • Gründung der österreichischen Niederlassung. Die Leitung hat Arnold Siemens (1853 - 1918), der älteste Sohn des Werner von Siemens. Erste Werkstätte in der Magdalenenstraße 12 im 6. Wiener Gemeindebezirk.

1880

  • Erster elektrischer Aufzug in Mannheim von Siemens & Halske.Siemens & Halske beschäftigt in Wien 3 Arbeiter und 3 Angestellte.

  • Große Elektroinstallation bei der "Neuen Freien Presse". Acht Differentialbogenlampen im Maschinensaal ersetzen 80 Gasflammen.

  • Konrad Duden veröffentlicht sein erstes "Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache"

1881

  • Siemens Brothers errichten das erste Elektrizitätswerk in Godalming/England, das Strom für den privaten und öffentlichen Verbrauch produziert.

  • Erste elektrische Straßenbahn in Lichterfelde bei Berlin.

  • Das k.k. Handelsministerium erteilt der "Wiener Privat-Telegraphen-Gesellschaft" (PTV) die "Concession" zum Betrieb von Telefonanlagen in einem gedachten Kreis mit einem Radius von 15 km rund um den Stephansturm.

  • Brand des Wiener Ringtheaters, ausgelöst durch Gasbeleuchtung (mehr als 380 Tote).

1882

  • Siemens & Halske eröffnet das erste Glühlampenwerk Deutschlands in Charlottenburg.

  • Übersiedlung in die Apostelgasse 12, Jahresumsatz 82.000 Gulden, 31 Beschäftigte (12 Angestellte, 19 Arbeiter).

  • Erste Probebeleuchtung auf dem Graben und einem Teil des Stephansplatzes mit elektrischen Bogenlampen.

1883

  • Aufnahme der eigenen Fertigung bei Siemens & Halske in den Werkstätten der Apostelgasse. Jahresumsatz 200.000 Gulden, 16 Angestellte, 52 Arbeiter.

  • Erste elektrische Bahn Europas. Das erste Teilstück der elektrischen Lokalbahn, der "Brühler Bahn", Mödling-Hinterbrühl von Mödling nach Klausen wird am 17. Oktober 1883 eröffnet. 500 Volt, Fahrleitung mit geschlitzten Eisenrohren und Kontaktschiffchen.

  • Aufnahme der Produktion im Bereich Eisenbahnsicherungswesen (Signalanlagen, Stellwerke, Steuerungszentralen, Zug-Kommunikation etc.)

  • Elektrische Glühlampen in der Wiener Oper, auch in der Hofburg leuchten erstmals Glühlampen.

  • Nikola Tesla konstruiert den ersten Elektromotor auf Wechselstrombasis mit magnetischem Drehfeld. Tesla steht in Konkurrenz zu Edison, der eine Energieversorgung mit Gleichstrom favorisiert.

  •  Internationale Elektrische Ausstellung in der Rotunde/Wien, Prater. Von Siemens & Halske errichtete elektrische Eisenbahn (1,5 km Länge, eingleisig, Spurweite 1 m, 30 km/h, 30 Sitz- und Stehplätze), vom Nordportal der Rotunde bis zur Schwimmschulallee (heute Lassallestraße).

1884

  • Siemens & Halske erhält ein deutsches Patent auf ein Kabel mit koaxialer Anordnung der Leiter, vornehmlich für Telefoniezwecke.

  • Werner von Siemens entwickelt ein Telefon mit Induktionskurbel zum Anläuten. Durch Drehen an der Kurbel wird ein Stromstoß induziert, der im Vermittlungsamt dem Telefonfräulein anzeigt, dass ein Gespräch gewünscht ist – indem eine Klappe, die den Namen des Anrufers trägt, fällt. Der Anrufer wird mit dem Angerufenen durch eine sog. Stöpselschnur (ein Kabel) verbunden.

  •  In Linz und Urfahr wird eine Telefonanlage für ca. 100 Teilnehmer installiert.

  • Paul Nipkow (Deutschland) erfindet die nach ihm benannte Scheibe, ein erster Versuch elektrischer Bildübertragung und damit ein Vorläufer des Fernsehens.

  • Kaiser Franz Joseph I. übergibt die "Arlbergbahn" dem Verkehr.

1885

  • Der letzte Streckenabschnitt der "Brühler Bahn" bis Hinterbrühl wird dem Verkehr übergeben. Die Gesamtlänge der Bahnlinie beträgt 4,5 km und die Spurweite 1 m. Von Siemens & Halske entwickelt, wird die Lokalbahn von der k.k. privilegierten Südbahngesellschaft betrieben.

  • 1885 erzeugt der italienische Physiker Galileo Ferraris erstmals ein Drehfeld und entwickelt damit die Drehstromtechnik.

1886

  • Erste Werksküche.

  • Beginn der öffentlichen Versorgung von Scheibbs, Niederösterreich, mit elektrischer Energie.

  • Seit 1. August 1886 ist ein telephonischer Verkehr zwischen Wien und Brünn eröffnet. Staatliche öffentliche Sprechstellen wurden errichtet:
    in Wien: bei dem k.k. Staats-Telegraphen-Centralamte, I., Börseplatz 1 (für Jedermann)
    bei dem k.k. Post und Telegraphenamte auf der Effectenbörse (für die Börsenbesucher)
    bei dem k.k. Telegraphenamte auf der Frucht- und Mehlbörse (für die Börsenbesucher)
    in Brünn: bei der k.k. Telegraphen-Hauptstation (Verlorenegasse, Post- und Telegraphengebäude).

1887

  • Das Elektrizitätswerk Salzburg wird durch Siemens & Halske von Mai bis Oktober erbaut (3 Gleichstrommaschinen von je 17,5 kW, 140 V, 125 A, Zweileiter 120 V) und im Herbst in Dreileiter umgebaut.

1888

  •  Bestellung eines Betriebsarztes.

1889

  • Walter Reichel, beschäftigt bei Siemens & Halske, konstruiert den Bügelstromabnehmer für Bahnen.

  • Parallel zur Hainburgerstraße wird ein Bürotrakt mit 5 Stockwerken eröffnet.

  • Siemens & Halske in Wien 3, Apostelgasse 12, nimmt erstmals elektromedizinische Geräte ins Vertriebsprogramm auf.

  • Tragödie von Mayerling. Thronfolger Kronprinz Rudolph erschießt seine Geliebte Mary Vetsera und begeht Selbstmord.

  • Übergabe des ersten E-Werks in Wien 1., Neubadgasse. Dampfturbinen, Betriebsspannung 4x110 V, 12.644 kW.