1890

  • Die Firma Siemens & Halske wird Kommanditgesellschaft; die drei Leiter sind Carl (von) Siemens (Werners Bruder) und Arnold und Wilhelm von Siemens (Werners Söhne). 243 Angestellte, 897 Arbeiter.

  • Inbetriebnahme des Kabelwerks in Wien 3, Apostelgasse 12-14 und Hainburgerstraße 28.

  • Lieferung eines der ersten Bühnenreglers für das Theater an der Wien.

  • In Wien 1., Augustinerstraße 8 wird ein Installationsbüro mit permanenter Ausstellung der Erzeugnisse von Siemens & Halske eröffnet.

  • Errichtung des Personenaufzuges auf den Mönchsberg in Salzburg. 13 kW, Hubhöhe 56 m, Aufzugsgeschwindigkeit 0.5 m/sek., 18 PS, 2 Kabinen für je 12 Personen. Bis Ende 1891 werden mit dem Aufzug 220.000 (!) Personen befördert.

1891

  • Als bahnbrechende sozialpolitische Maßnahme wird der 8,5-Stunden-Normalarbeitstag eingeführt (50-Stunden-Woche). In anderen Betrieben wurde 10 Stunden pro Tag gearbeitet.

  • Männerchor "Werner von Siemens" gegründet.

  • Siemens & Halske Wien liefern elektrische Gesteinsbohrmaschinen für den Tauerntunnel.

  • 4.000 Telefon-Teilnehmer in Wien.

  • Der Dreibundvertrag (Österreich-Ungarn, Italien und das deutsche Reich) wird zum zweiten Mal erneuert.

1892

  • Der erste elektromotorisch gesteuerte Weichenantrieb wird am Wiener Westbahnhof eingebaut.

  • Verstaatlichung der "Wiener Privat-Telegraphen-Gesellschaft", zugleich Schaffung einheitlicher Normen. Unter Mitarbeit von: Siemens & Halske, Teirich & Leopolder (in Siemens aufgegangen), Czeija & Nissl (heute ITT), Kapsch, Deckert & Homolka (heute Schrack).

  • Erste telefonische Akustikübertragung mit Kopfhörern.

  • Telefonlinie Wien-Graz-Triest.

  • Beleuchtung für die "Internationale Ausstellung für Musik und Theaterwesen" in der Wiener Rotunde.

  • Werner von Siemens (geb. 1816, geadelt 1888) stirbt in Charlottenburg.

1893

  • Erstes großes Drehstrom-Elektrizitätswerk in Soden, Deutschland, errichtet von Siemens & Halske. Sieben Ortschaften werden mit 5.000 Volt Primärspannung versorgt.

  • Über das Telefonnetz in Budapest ertönt zum ersten Mal die sprechende Zeitung "Telefon-Hirmondo". Von einem kleinen Studio werden Zeitansagen, Verordnungen des Amtsblattes und Börsenkurse aber auch Nachrichten und Konzerte geboten. 1894 hat dieser Service bereits 700 Abonnenten.

  • Friedrich Wilhelm Schindler-Jenny stellt auf der Columbus-Weltausstellung in Chicago die erste elektrische Küche der Welt vor.

  • Die Arbeiten an der Anlage der Wiener Stadtbahn beginnen.

  • Der Firma Siemens & Halske wird die Bewilligung erteilt, auf dem Kohlmarkt eine Versuchsanlage mit sechs Bogenlampen von sechs Ampere Stromverbrauch zu errichten. Diese Probebeleuchtung wird 1895 von der Stadt Wien in eine definitive Anlage ausgebaut.

1894

  • Der Engländer Oliver Lodge entdeckt, dass beim drahtlosen Funken der Empfänger auf die Frequenz des Senders abgestimmt sein muss.

  • Erstes reguläres Fußballspiel zweier Vereine in Österreich: "Vienna Cricket" schlägt den "First Vienna F.C." 4:0.

1895

  • Siemens ist mit 7.600 Beschäftigten das größte Elektrounternehmen des Kontinents.

  • Telefonnetz: 19.000 Teilnehmer in Wien.

  • Guglielmo Marconi (Italien) und Alexander Popow (Russland) gelingt erstmals die drahtlose Übertragung von Morsezeichen. Die beiden gelten in ihren Heimatländern jeweils als die Erfinder der Funktelegrafie mit nachbaubaren Geräten.

  • Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die Röntgenstrahlen und leitet damit eine Revolution der medizinischen Diagnose ein.

  • Telefon- und Telegrafenleitungen werden wegen der großen Nachfrage in Tag- und Nachtschicht produziert.

1896

  • Drehstrom-Industriekraftwerk Brakpan bei Johannesburg in Südafrika.

  • Baubeginn der Berliner Hoch- und Untergrundbahn.

  • Erstes Röntgenröhrenpatent für Siemens & Halske.

  • Das österreichische Personaleinkommensteuergesetz wird erlassen. (5 % des Einkommens, Personen mit höherem Einkommen müssen etwas mehr bezahlen).

  • Eröffnung der Kaiser Franz-Josephs-Unterpflaster-Bahn in Budapest, der ersten elektrischen U-Bahn auf dem Kontinent
    (320 V Gleichstrom, 40 km/h).

1897

  •  Siemens & Halske wird Aktiengesellschaft. Erster Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Carl von Siemens.

  • Verlegung des Kabelwerkes vom 3. Bezirk nach Floridsdorf.

  • Elektrische Vollbahnlok von Siemens & Halske.

  • Ferdinand Braun stellt die nach ihm benannte Braun'sche Röhre (Kathodenstrahl-Röhre) vor. Nach ihrem Prinzip funktionieren z.B. Fernsehgeräte oder Röhrenmonitore.

  • Karl Lueger wird Bürgermeister in Wien.

  • Gründung der österreichischen Schuckertwerke.

1898

  • Da die Nachfrage nach Automobilen mit elektrischem Antrieb steigt, werden auch bei Siemens & Halske in Berlin und bei der Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co. in Nürnberg derartige Akkumulator-Fahrzeuge ins Fertigungsprogramm aufgenommen.

  • Siemens & Halske Wien liefert die erste elektrische Hauptschachtfördermaschine (Antrieb durch einen Drehstrommotor mit 170 PS, 260 Meter Tiefe, Förderleistung 50 Tonnen/Stunde) für den Hoheneggerschacht der Berg- und Hüttenwerke AG in Karwin, Schlesien.

  • Otto Wagner begründet eine neue Bauweise des Bahnhofsbaus (sinnreich angelegtes offenes Perronsystem mit gedeckten Bahnsteigen).

  • Auer von Welsbach: 1. Metallfadenglühlampe aus Osmium. Als Folge von Experimenten mit unterschiedlichen Metalllegierungen erweist sich Wolfram als am besten geeignet. Der Glaskolben wird mit Edelgas (Krypton oder Argon) gefüllt, dadurch gibt es keine chemischen Reaktionen mit dem Glühdraht.

  • Kaiserin Elisabeth ("Sisi") wird das Opfer eines Attentats.

  • Die Wiener Tramwaygesellschaft nimmt auf der Strecke Franz-Josephs-Kai/Ring, ausgestattet mit Siemens-Technik (550 V Gleichstrom, ober- und unterirdische Stromzuleitung), den Betrieb auf.

1899

  • 1. österreichisches Siemens Patent: elektrische Druckknopfsperre im Blockstromkreis. Blockanlagen haben ganz allgemein den Zweck, Abhängigkeiten zwischen mehreren Stellwerken eines Bahnhofes (Bahnhofsblockung) oder zwischen benachbarten Zugfolgestellen einer Strecke (Streckenblockung) herzustellen.

  • Marconi: drahtlose Funkübertragung über den Ärmelkanal.

  • 6 Grubenlokomotiven mit einer Leistung von 26 PS für den Erzabbau am Erzberg.