1940

  • 140 Lehrlinge im Werk Engerthstraße, Wien.

  • ab 1940: Bei Siemens können aufgrund der Einberufungen von Facharbeitern zur Wehrmacht und der Ausweitung der Produktion die Kapazitäten kaum noch dem sprunghaft steigenden Auftragseingang gerecht werden.

  • Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften (Fremdarbeiter) und jüdischer Kolonnen

  • Errichtung weiterer Werke.

  • Der Verstärkungsfaktor bei transkontinentalen Ferngesprächen in den USA (von New York nach San Francisco) längs Koaxialkabel liegt bei 10 hoch 3.600 (!)

1942

  • ab 1942: "Totaler Krieg".  Produktionsaufnahme für die 100%ige Kriegswirtschaft.

  • Regionale Schwerpunkte der Rüstungsindustrie in Österreich sind der oberösterr. Zentralraum (Linz, Wels, Steyr) und das Industriegebiet im südlichen Wiener Becken. Innerhalb dieser Gebiete werden vermehrt KZ-Außenlager errichtet.

  • Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen.

  • 20.1.1942: Wannsee-Konferenz: "Endlösung" der Judenfrage.

  • Konrad Zuse (Deutschland) präsentiert den ersten programmgesteuerten (mittels Lochstreifen auf Kinofilm) digitalen Rechenautomaten mit elektromechanischen Relais.

  • Japanische Streitkräfte überfallen US-Kriegsschiffe in Pearl Harbour, Hawaii.

  • Umfabgreiche Fertigungsverlagerungen bedingt durch den Luftkrieg.

1943

  • Für den Stollenbau in Ebensee wird das KZ-Lager "Zement" errichtet. Es entsteht eine der ersten unterirdischen Verlagerungen der Rüstungsindustrie. Neben zahlreichen anderen Firmen sind hier die Siemens-Bauunion und die Siemens-Schuckertwerke tätig.

1944

  • Ein Betatron (Elektronenbeschleuniger) für 6 MeV wird fertig gestellt und in Betrieb genommen. Solche Geräte finden heute in der Hochenergie-Strahlentherapie und in der Materialuntersuchung Anwendung.

  • Das Bürohaus Tuchlauben und die WKM (Wiener Kabel- und Metallwerke AG) erleiden durch Bombenangriffe schwere Schäden.

  • Technisches Büro Innsbruck (Salurnerstraße) durch Bomben zerstört.

  • 16 Millionen Rundfunkteilnehmer (Volksempfänger).

  • 20. Juli: Attentat auf Hitler.

  • Mit dem von Alan Turing entwickelten Rechner "Colossus" wird der Code der deutschen Chiffrier- und Dechiffriermaschine "Enigma" entschlüsselt.

1945

  • Siemens & Halske verliert fast alle Maschinen.

  • Erstes Vertriebsrundschreiben nach Kriegsende: "Kundenaufträge sollen so weit als möglich erfüllt werden, um den ungebrochenen Leistungswillen aufzuzeigen.

  • Bombentreffer auf den Standort Nibelungengasse und andere Gebäudekomplexe.

  • Demontage in den Werken Siemensstraße und Engerthstraße.

  • Situation nach Kriegsende:
         amerikanische Zone: Siemens Reiniger Werke (Elektromedizin und Röntgentechnik)
         französische Zone: die Odelga, ärztlich-technische Industrie AG sowie die Siemens Bau Union
         englische Zone: Siemens & Halske
         russische Zone: WKM (Wiener Kabel- und Metallwerke AG), die OES (Ostmärkische Eisenbahn-Signalwerke GmbH),
        sowie die großen Werke der Siemens Schuckert Werke
        neutrale Zone: Vertriebsstelle der Siemens Schuckert Werke, die somit getrennt ist von den Produktionsstätten in der
        Siemens- und Engerthstraße.

  • Die Notwasseranlage von Siemens & Halske wird zur Trinkwasserversorgung eines Teils des 3. Wiener Gemeindebezirkes herangezogen.

  • Die Werksküchenversorgung erfolgt u.a. durch den Anbau von Gemüse am Sportplatz Ausstellungsstraße.

  • Amerikanische Besatzungsbehörden bestellen 200 Stk.100-Liter-Heißwasserspeicher (Rohmaterial wird beigestellt). Für die Briten werden Kraftfahrzeuge repariert.

  • Ende 1945 gibt es in Wien bereits 30.000 Fernsprech-Teilnehmer.

  • Mai 1945 - Unterzeichnung der Kapitulation der deutschen Streitkräfte und der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

    "Wir bedauern zutiefst, was in der Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist. Geschehenes kann nicht ungeschehen gemacht werden. Doch die Erinnerung an das Unglaubliche, das sich in unserem Land zugetragen hat, wach zu halten, ist eine Verpflichtung für diese und alle kommenden Generationen.
    Sie soll dazu beitragen, dass Ähnliches nie wieder und an keiner Stelle der Welt passiert und die Zukunft Europas als menschliche, demokratische Region gesichert ist."

    Albert Hochleitner, Generaldirektor der Siemens AG Österreich anlässlich der 125 Jahr Feier 2004

1946

  • 91 Lehrlinge bewerben sich bei Siemens.

  • Erste Gäste im Siemens-Erholungsheim in Wopfing, NÖ.

  • Linz: Für einen Vertreter der russischen Handelsdelegation werden 50 Bügeleisen geliefert.

  • Telegrafieeinrichtung im Wert von 100.000 Schweizer Franken für die Schweizer Post- und Telegrafen-Verwaltung. Bezahlt wird durch Lieferung von 3 Präzisionswerzeugmaschinen an Siemens & Halske.

  • Erster Nachkriegsmessestand bei der Wiener Herbstmesse im Messegelände. Der Stand ist 120 m2 groß, der Mietpreis pro Quadratmeter beträgt 16,- ATS.

  • Entwicklung eines magnetisch gesteuerten Schienenkontakts (Magnetschienenkontakt) für Schalt- und Zählaufgaben, z.B. die Gleisfreigabe.

  • Verstaatlichung der Österreichischen Siemensbetriebe: Auffanggesellschaften sind Siemens Schuckert Werke GmbH und Siemens & Halske GmbH.

  • Die beiden großen Werke in der Siemens- und Engerthstraße werden unter russische Verwaltung gestellt (USIA). USIA (anfangs USIWA, Abkürzung für "Uprawlenje Sowjetskim Imuschestwom wostochnoj Awstrij" = Verwaltung des sowjetischen Vermögens in Österreich): Am 5. Juli 1946 werden in der sowjetischen Besatzungszone mehr als 300 Industriebetriebe sowie 140 land- und forstwirtschaftliche Besitzungen als ehemaliges deutsches Eigentum beschlagnahmt.

  • Beginn der Elektrifizierung der Westbahnstrecke bis Attnang-Puchheim.

  • 275.000 österreichische Telefonanschlüsse mit Interurbanverkehr innerhalb des Landes und nach der Schweiz, Ungarn, England, Frankreich, CSSR, Italien und Jugoslawien.

  • Gründung der Vereinten Nationen.

1947

  • Im Werk Siemensstraße werden Großtrafos erzeugt und in die UdSSR geliefert (USIA).

  • Produktion von 12 Straßenbahnmotoren pro Monat im Werk Engerthstraße (USIA).

  • Der erste Großrechner, bestückt mit 18.000 Elektronenröhren, arbeitet 2.000-mal schneller, als die elektromechanischen Rechner. ENIAC hat eine Grundflächen von 140 m2 und nimmt 150 Kilowatt Leistung auf.

1948

  • Das von Siemens & Halske entwickelte erste Gleisbildstellwerk für den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf geht in Betrieb. Die Stellvorgänge werden durch Drucktasten ausgelöst, die meist auf einem Stelltisch entsprechend dem Gleisplan angeordnet sind.

  • Der Kultur- und Sportverein wird gegründet.

  • Entwicklung des Wählsystems "W48": hat den Siemens-Viereck-Hebdrehwähler als Schaltglied; Zeitzählung im Ortsgebiet (in Deutschland erst 30 Jahre später eingeführt), Durchwahl bis zur Nebenstelle und vor allem fernwahlfähig.

1949

  • Siemens betreibt wieder Sendertechnik sowie Studio-, Empfänger- und Antennenbau.

  • Kraftwerk Simmering: 3 Dampfturbosätze (je 35.000 kW) werden mit Siemens Turbinen und Generatoren aus der Siemensstraße ausgestattet.

  • Zum weltweit ersten Mal wird in Schweden eine 220/380 kV Zweiseilbündelleitung installiert.

  • Der 50.000ste Drehstrommotor wird vom Werk Engerthstraße ausgeliefert.